Die Ernährung des Tollers

 

Ernährung des Welpen

Endlich ist es soweit und Sie konnten Ihren Tollerwelpen vom Züchter abholen. Vermutlich hat Ihr Züchter Sie erst einmal mit einer ausreichenden Menge des bisherigen Welpenfutters versorgt, das sie auch solange weiter füttern sollten, bis sich Ihr Hundebaby eingelebt hat. Trotzdem kann es gut sein, dass Ihr Welpe die ersten Tage keinen rechten Appetit hat oder sogar leichten Durchfall bekommt. Das liegt daran, dass Ihr Hundebaby sehr einschneidende Veränderungen duchlebt und von Mutter, Geschwistern und den ihm vertrauten Menschen getrennt wurde. Auch die Umgebung ist unbekannt und jeden Moment erlebt der kleine Toller Neues. Das schlägt erst einmal auf den Magen!

Tollerwelpe, 10 Wochen

Sollte Ihr Welpe jedoch wässrigen oder länger anhaltenden Durchfall haben, vereinbaren Sie bitte umgehend einen Tierarztbesuch.

Darmberuhigend wirken ganz fein geriebene Möhren oder Äpfel, von denen Sie kleine Mengen (ca. 1 Esslöffel) zum Futter geben können.
Sollten Sie nach 2-3 Wochen auf eine andere Futtersorte oder eine andere Art der Fütterung umstellen wollen, tun Sie das ganz allmählich und schrittweise.

Eine abrupte Futterumstellung kann zu schweren Durchfällen und Verdauungsproblemen führen!

 

Wie oft und wieviel füttern?

Damit Magen und Darm nicht mit großen Futtermengen überlastet werden, sollten Sie lieber häufiger kleine Mengen füttern:

bis 6 Monate

6 - 9 Monate

ab 9 Monaten

4 Mahlzeiten

3 Mahlzeiten

2 Mahlzeiten

Für die Menge des Futters können keine allgemeinen Angaben gemacht werden. Sie ist abhängig von der Futtersorte, dem Alter und Gewicht ihres Hundes, wieviel Bewegung er hat und wie gut er sein Futter verwertet. Meistens benötigen Hündinnen weniger Futter als gleich schwere Rüden. Grobe Richtwerte sind meistens auf der Verpackung des Futters angegeben.

Allerdings sind die dort angegebenen Futtermengen in der Regel zu hoch.

Bei richtiger Fütterung wachsen Welpen und Junghunde gleichmäßig und möglichst langsam. Ihr Toller sollte auf keine Fall zu dick sein, d.h. die Rippen sollten immer leicht zu ertasten sein. Zu dünn ist er, wenn die Flanken eingefallen erscheinen und die Beckenknochen herausstehen. Allerdings gibt es auch Welpen, die bei zu reichlicher Fütterung nicht dick werden, sondern die ganze Energie ins Wachstum stecken. Aber Vorsicht! Zu schnelles Wachstum kann zu Erkrankungen des Knochengerüsts führen. Es ist besser, wenn Ihr Toller seine endgültige Größe, die genetisch vorgegeben ist, nicht zu schnell erreicht.

Nebenstehende Grafik zeigt, wie das Gewicht von 3 Tollern im ersten Jahr zunimmt. Vor allem in den ersten Monate zeigen sich Gewichtsunterschiede nur verhältnismäßig wenig. Erst am Ende des 1.Jahres sind Gewichte von 17 kg, 19 kg bzw. 21 kg erreicht. Eine zierlich gebaute Hündin wäre natürlich noch wesentlich leichter, ein großer, starkknochiger Rüde unter Umständen etwas schwerer.

Allerdings sollte die Wachstumskurve Ihres Tollers nicht wesentlich steiler oder flacher verlaufen. Wenn Sie Ihren Hund einmal pro Woche wiegen und aus den Werten eine Wachstumskurve wie in obigem Beispiel erstellen, bekommen Sie einen recht guten Überblick über sein Wachstum.

Im 2.Lebensjahr nähert sich dann das Gewicht des Tollers dem endgültigen Erwachsenengewicht, wobei jedoch auch bei optimalem Gewicht große individuelle Unterschiede bestehen.

Wenn Sie Trockenfutter füttern, ist es ratsam, das Futter vor dem Verfüttern in so viel warmen Wasser einzuweichen, dass das Futter nach einer Weile gut durchfeuchtet ist. Dadurch gehen sie sicher, dass Ihr Toller ausreichend Wasser zu sich nimmt und die Nieren geschont werden.

Am besten füttern Sie zu festen Uhrzeiten. Alles, was Ihr Toller nach maximal 10 Minuten nicht gefressen hat, wird bis zur nächsten Mahlzeit weggestellt. Lassen Sie dagegen, wie von manchen Futtermittelherstellern empfohlen, das Futter die ganze Zeit stehen, entwickeln sich manche Hunde zu mäkeligen Fressern, da sie ja nie wirklich Hunger haben.

Wenn Sie beim Üben mit Futter als Belohnung arbeiten, sollten Sie morgens die gesamte Tagesration in einer Schüssel abwiegen und daraus auch die 'Leckerlies', die ja eigentlich ganz normales Futter sind, entnehmen. Dadurch behalten Sie den Überblick über die Futtermenge, die Ihr Hund über den Tag verteilt erhält.

Worauf muss man beim Welpenfutter achten?

Der Körper Ihres Tollers vollbringt im 1.Lebensjahr eine wahres Wunder - aus einer Handvoll Hund wird ein fast ausgewachsener Junghund. Da ist es nicht erstaunlich, dass Fehlernährung oder eine unausgewogene Nährstoffzusammensetzung deutliche Spuren hinterlassen können.

Wenn Sie Fertigfutter füttern, sollte es sich dabei in den ersten Monaten um speziell auf die Bedürfnisse des Welpen abgestimmtes Futter handeln. Bei qualitativ guten Futtersorten stimmt das Ca/Ph-Verhältnis (ca. 1,2 : 1) und der Proteingehalt ist hoch genug, um den wachsenden Körper ausreichend damit zu versorgen.

Lassen Sie sich jedoch nicht dazu verführen, ein Alleinfuttermittel mit Vitaminpülverchen oder ähnlichem aufzupeppen (außer auf tierärztlichen Rat). Ein zuviel an Vitaminen und vor allem an Calcium ist schädlich!

Ist Ihr Toller dann 4-6 Monate alt, können Sie auf ein Futter für erwachsene Hunde umstellen. Damit ist Ihr Junghund immer noch gut versorgt, aber er wächst nicht zu schnell.

 

 

Links:

Ernährung des Hundes (Tierservice Dr. Düring)

Ernährung großer Rassen (Eukanuba), über Calcium, Proteine, Energiezufuhr, Skeletterkrankungen

Ernährung unserer Hunde (kritische Tiermedizin)

Fütterung von Welpen und Junghunden (Marengo)

Fütterung des Hundes (Ursula Veiser)

Hundezeitung: Ernährung (4 Teile)

Welpenaufzucht (von Swanie Simon)

 

 

 

Autor: Silke Sandberg

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