Parasiten: Der Hundefloh (Ctenocephalides canis )

 

Wie erkennt man Flohbefall?

Da nur 10% einer Flohpopulation auf dem Wirtstier, 90% dagegen in dessen Umgebung leben, ist es oft gar nicht so einfach einen Flohbefall festzustellen. Kratzt sich jedoch Ihr Toller häufig, zuckt mit dem Fell und ist unruhig, sollten sie vor allem hinter den Ohren, auf dem Kopf und in den Achseln nach Flohkot suchen. Der sieht aus wie kleine dunkle Sandkörnchen. Bringt man ihn aber auf ein feuchtes Taschentuch, löst sich nicht verdautes Blut und verfärbt das Taschentuch rund um den Flohkot bräunlich-rot.

Hundefloh

Was sind Flöhe?

Flöhe sind ca. 1 bis 8 mm grosse, flügellose Insekten mit einem seitlich abgeplatteten und meist bräunlich eingefärbten Körper. Am Kopf befinden sich Mundwerkzeuge, die es ihnen ermöglichen, durch die Haut eines Wirtes zu stechen und Blut zu saugen. Das dritte der drei Beinpaare ist als Sprungbein ausgebildet. Was ihre Wirte betrifft, sind sie nicht besonders wählerisch. Es wird zwar zwischen Menschen- (Pulex irritans), Hunde- (Ctenocephalides canis) und Katzenfloh (Ctenocephalides felis) unterschieden, alle drei stechen jedoch sowohl Hunde als auch Katzen sowie den Menschen.

Um an ihre Blutmahlzeit zu gelangen, müssen Flöhe die Haut ihres Wirtes verletzen. Sie benutzen dazu ihren Stechapparat und sondern in die Bohrkanäle Speichelsekrete ab, welche die Blutgerinnung verhindern und die Nahrungsaufnahme ermöglichen. Flohstiche sind wesentlich unangenehmer als Läusestiche und zeigen sich beim Menschen als typische, stark gerötete Pusteln, die einen heftigen Juckreiz verursachen. Typisch für Flohstiche ist die linienförmige Anordnung. Meist finden sich mehrere Einstiche in einer Reihe hintereinander.
Bei manchen Hunden führt der Juckreiz zu heftigen Abwehrreaktionen. Bei starkem Befall und sensiblen Tieren können durch Kratzen und Scheuern Hautwunden entstehen, welche die Anfälligkeit für Bakterien und Pilze erhöhen.
Es ist ebenfalls bekannt, dass einzelne Tiere allergisch auf Speichelsekrete und andere Produkte (Stoffwechselprodukte etc.) der Flöhe reagieren. Diese Reaktionen führen zur sogenannten Flohdermatitis, einer schmerzhaften Entzündung der Haut, die bei sensibilisierten Tieren plötzlich auftreten kann. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, die Tierärztin oder den Tierarzt aufzusuchen, damit die Symptome gelindert und Massnahmen getroffen werden können, um einen weiteren Flohbefall zu verhindern.

Der Entwicklungszyklus des Flohs

Bei Zimmertemperatur dauert der Entwicklungszyklus etwa 3-5 Wochen (unter ungünstigen Bedingungen bis zu 30 Wochen). Alle Entwicklungsstadien wachsen am besten bei ca. 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80%. Kälte und Trockenheit dagegen sind keine guten Bedingungen für Flöhe.

Die Paarung der Flöhe findet auf dem Hund statt. Nachdem das Flohweibchen das erste Mal Blut gesaugt hat, legt es 24-48 Stunden später ca. 25 Eier direkt ins Fell ihres Wirtes. Von diesen fallen viele nach kurzer Zeit zu Boden. Insgesamt legt ein Flohweibchen in seinem Leben bis zu 2000 Eier.

Nach 1 - 10 Tagen schlüpft daraus das 1. Larvenstadium, das sich von organischen Abfällen und Flohkot ernährt. Da die Larven lichtscheu sind, verkriechen sie sich in Ritzen, Spalten, Textilien und Teppichfasern.

Innerhalb von 1-4 Wochen häuten sich die Larven zweimal je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit, dabei werden insgesamt 3 Larvenstadien durchlaufen.

Die Drittlarve verpuppt sich schließlich in einem selbstgesponnenen 3-5 mm großen klebrigen Kokon, in dem sie gut vor äußeren Einflüssen geschützt sind. Dadurch dass Staub und Schmutz an der Oberfläche haften, ist der Kokon gut getarnt und zusätzlich geschützt.

Nach 10-140 Tagen wird das Erwachsenenstadium erreicht und der fortpflanzungsfähige Floh schlüpft aus seinem Kokon. Damit das erst dannstattfindet, wenn ein Wirt in der Nähe ist, erfolgt die erst bei bestimmten Reizen wie Erschütterung des Bodens, Wärme, Kohlendioxid.
Vor der ersten Blutmahlzeit können adulte Flöhe ca. 2-8 Wochen ohne Wirt überleben. Nach der ersten Blutaufnahme sind sie nur noch 24h ohne Blut lebensfähig.

Ein Floh kann bis zu 110 Tagen am Wirt leben, in der Regel aber nicht länger als 3 Wochen.

Welche Krankheiten kann ein Floh übertragen?

Eier des Bandwurmes Dipylidium caninum werden von Flohlarven aufgenommen und entwickeln sich in diesen weiter. Wird nun ein solcher infizierter Floh von einem Hund zerbissen oder geschluckt, entwickelt sich daraus im Darm ein Bandwurm. Eine regelmässige Entwurmung ist daher sicher sinnvoll. Es ist anzumerken, dass dieser Bandwurm mit den herkömmlichen Wurmmitteln erfasst wird. Wer seinen Hund regelmässig entwurmt, braucht sich diesbezüglich also keine Sorgen zu machen.

Bekämpfung des Flohbefalls

Die meisten Präparate gegen Zecken sind auch gegen Flöhe wirksam. Bei ausgeprägtem Flohbefall ist jedoch auch eine Behandlung der Umgebung des Hundes notwendig, um möglichst alle Entwicklungsstadien zu erfassen.

 


Links zu Flöhen:

Der Floh und seine Entwicklung (Fa. Pfitzer)

Flöhe bei Hund und Katze

 

 

 

Autor: Silke Sandberg

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